15. Dezember

 

Im Garten eines Königs

 

Es war einmal ein König. Er besass einen Garten, in dem er verschiedenste Pflanzen wachsen lies.

Eines Tages ging der König in seinen Garten und fand dort nur welkende und sterbende Bäume, Sträucher und Blumen.

Der König ging zu einer Eiche fragte was geschehen sei?  

Die Eiche sagte, sie würde sterben, weil sie nicht so hoch werden könne wie die Tanne.

Als der König sich nun einer Tanne zu wandte, ließ diese nur ihre Zweige hängen, weil sie keine Trauben tragen könnte wie der Weinstock.

Und auch der Weinstock lag im Sterben, weil er nicht blühen konnte wie die Rose. Jede Pflanze, die verkümmerte, hatte einen Traum, anders zu sein!

 

Doch da entdeckte der König das Stiefmütterchen. Es war blühend und frisch, wie eh und je.

 

Der König fragte das Stiefmütterchen, warum es als einziges nicht im Sterben lag?

 

Auf seine Frage erhielt er folgende Antwort: „Für mich war klar, dass du ein Stiefmütterchen haben wolltest, als du mich einpflanztest. Hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gewollt, hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gepflanzt. Deshalb dachte ich:

Da du mich hier eingepflanzt hast, sollte ich mein Bestes geben, um deinem Wunsch zu entsprechen. Und da ich ohnehin nichts anderes sein kann, als ich bin, versuche ich dies nach besten Kräften zu sein."

 

Wenn wir Menschen uns abgewöhnen würden, von anderen und deren Erfolgen zu träumen, und wenn wir uns so akzeptieren würden, wie wir sind und sein sollten, dann könnten wir so zufrieden sein wie das Stiefmütterchen.

Einen Versuch wäre es wert, oder?